Neue Konzepte für die personalisierte Krebsmedizin kindlicher Sarkome

Zum 1. April erhält das Hopp-Kindertumorzentrum Heidelberg (KiTZ) eine neue Forschungseinheit, die sich der Erforschung kindlicher Sarkome widmet. Die Einheit mit dem Namen „Translationale Pädiatrische Sarkomforschung“ ist gleichzeitig neue Abteilung am Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ). Sie wird von der „Barbara und Wilfried Mohr Stiftung" mit einer Anschubfinanzierung von 1,5 Millionen Euro gefördert.

Sarkomzellen - Abteilung Prof. Dr. Grünewald
Ewing-Sarkomzellen mit starker nukleärer Expression eines Ewing-Sarkom-Markers. Quelle: Grünewald/LMU.

Das "Hopp-Kindertumorzentrum Heidelberg“ (KiTZ) ist eine gemeinsame Einrichtung des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ), des Universitätsklinikums Heidelberg (UKHD) und der Universität Heidelberg (Uni HD).

„Mit dem Ausbau seiner Kompetenzen im Bereich Sarkomforschung und der Rekrutierung vonThomas Grünewald geht das KiTZ einen weiteren wichtigen Schritt auf dem Weg zu einem international wettbewerbsfähigen „Comprehensive Cancer Center“ für Kinder“, sagt Stefan Pfister, Direktor „Präklinische Pädiatrische Onkologie“ am KiTZ und Abteilungsleiter „Pädiatrische Neuroonkologie“ am DKFZ. Michael Baumann, Vorstandsvorsitzender des DKFZ, betont: „Wir sind sehr stolz, einen so hervorragenden Forscher und Arzt nach Heidelberg rekrutieren zu können.“

In der Sarkomforschung besteht ein besonders hoher Handlungsbedarf, da Sarkome die dritthäufigste Krebsart im Kindes- und Jugendalter repräsentieren, die Heilungsraten deutlich hinter anderen Krebsarten zurückfallen. Immer noch liegt die Sterblichkeitsrate beispielsweise bei Ewing-Sarkomen und Ewing-ähnlichen Sarkomen bei etwa 35 Prozent.“

Dies zu ändern, ist das Ziel der 15-köpfigen Arbeitsgruppe von Grünewald, die aus Medizinern, Biologen und Bioinformatikern besteht. Das Team beschäftigte sich bereits an der LMU München intensiv mit der Erforschung der Entstehung, Metastasierung und Arzneimittelresistenz von bösartigen kindlichen Sarkomen. „Dank der Unterstützung der Mohr-Stiftung ist es uns möglich, unsere Forschung an einem der besten Standorte für Krebsforschung weltweit nun weiter auszubauen“, erklärt Grünewald.

Zunächst geht es darum, die Krankheitsmechanismen aufzudecken, die therapeutisch und diagnostisch genutzt werden können, um langfristig die Heilungsaussichten der betroffenen Kinder und Jugendlichen zu verbessern. Im Fokus stehen dabei schonendere Therapien sowie die Überwindung von Arzneimittelresistenzen der Tumoren. Außerdem suchen die Forscher nach neuen diagnostischen Methoden, die essenziell sind für korrekte Diagnosestellung und die Wahl der richtigen Therapie. Ein Schwerpunkt bildet die Entschlüsselung des Zusammenspiels von erworbenen Mutationen und angeborenen natürlichen Varianten des Erbguts (sogenannten Single Nucleotide Polymorphisms, SNPs), die insbesondere im Ewing-Sarkom eine entscheidende Funktion bei der Krebsentstehung und -entwicklung haben. Die Analysen des Teams um Grünewald führten unter anderem zu ersten Erklärungsansätzen dafür, warum Europäer eine circa 20-fach erhöhte Erkrankungswahrscheinlichkeit für Ewing-Sarkome im Vergleich zu Afrikanern haben, und wie ein solches Zusammenspiel den individuellen Krankheitsverlauf von Patienten mit Ewing-Sarkomen beeinflussen kann.

Über die Barbara und Wilfried Mohr-Stiftung

Die Barbara und Wilfried Mohr-Stiftung fördert die Wissenschaft und Forschung auf dem Gebiet der Onkologie. Dazu erteilt sie Forschungsaufträge im Bereich Onkologie, unterstützt Forschungsaufgaben, verleiht Preise und vergibt Stipendien. Außerdem widmet sich die Stiftung der sozialen Unterstützung von Menschen, die unschuldig in Not geraten sind. www.mohr-stiftung.de

 

Ansprechpartnerin für die Presse:

Dr. Alexandra Moosmann
Hopp-Kindertumorzentrum Heidelberg (KiTZ)
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