Zielgerichtete Therapie für Lana trotz Einreisebeschränkungen

Die fünfjährige Lana aus Belgrad leidet an einem Spindelzellsarkom in ihrer Brustwirbelsäule. Eigentlich wäre sie im Frühling dieses Jahres nach Heidelberg ans KiTZ gekommen, um an einer klinischen Studie mit dem Medikament Larotrectinib teilzunehmen. Aber die Corona-Pandemie und das Einreiseverbot kamen leider dazwischen.

Fünfjährige Lana aus Belgrad. Bild: privat
Fünfjährige Lana aus Belgrad. Bild: privat
Lana freut sich, dass ihre Haare wieder wachsen und dekoriert sie gleich mit ihren Haarspangen. Bild: privat

Larotrectinib ist ein sogenannter NTRK-Blocker, der momentan in einer klinischen Studie u.a. auch am KiTZ bei jungen Krebspatienten mit einer NTRK Genfusion getestet wird. Das eigentlich harmlose NTRK-Gen kann zu einem Onkogen werden, wenn es mit einem anderen Gen fusioniert. Das bedeutet, wenn zwei Teile von eigentlich verschiedenen Genen zusammenkommen und ein komplett neues Gen bilden.

Da Lanas Tumor positiv auf eine solche Genfusion getestet wurde, eignet sie sich zur Teilnahme an dieser weltweiten Studie. Es besteht die Hoffnung, dass durch Larotrectinib das unkontrollierte Wachstum ihres Tumors verhindert werden kann.

Wegen der unerwarteten Umstände aufgrund der Corona-Pandemie musste Lanas Therapieplan nun abgewandelt werden. Zur Überbrückung der Wartezeit erhielt Lana eine Chemotherapie, und musste viel Zeit im Krankenhaus verbringen. „Die Corona-Pandemie hat auch Konsequenzen für die Entwicklung neuer Krebstherapien bei Kindern“, sagt Cornelis van Tilburg, Kinderonkologe am KiTZ, am Universitätsklinikum Heidelberg (UKHD) und am Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ). „Aufgrund der geringen Fallzahlen, nehmen an klinischen Studien zur Erprobung neuer Krebsmedikamente junge Patienten aus der ganzen Welt teil. Durch das Einreiseverbot hat sich die Teilnahme für einige unserer Patienten verzögert und bei bestimmten Studien musste die Rekrutierung von Patienten vorläufig gestoppt werden.“

Obwohl eine Reise nach Heidelberg nicht möglich war, fand das Medikament den Weg zu ihr nach Belgrad: In Kooperation mit dem Hersteller und den Ärzten des KiTZ wurde es zu ihrer behandelnden Ärztin geschickt. 

Dank der Zusendung des Medikaments, hat Lana – trotz erschwerter Umstände – doch noch die zielgerichtete Behandlung erhalten, auch wenn sie an der klinischen Studie momentan nicht teilnehmen kann. Nun heißt es abzuwarten, ob das Medikament bei ihr langfristig anschlägt. Erst einmal freut Lana sich sehr darüber, das Krankenhaus zu verlassen und dass jetzt – sieben Wochen nach der Chemotherapie – sogar ihre Haare wieder wachsen.