Zwei Millionen Euro für neue Diagnose- und Behandlungsoptionen bei Krebs im Kindesalter

Familie Scheu aus Nordrhein-Westfalen spendet dem Deutschen Krebsforschungszentrum zwei Millionen Euro für die Forschung am Hopp-Kindertumorzentrum Heidelberg (KiTZ). Die Mittel werden dem Projekt INFORM zugutekommen: Die Initiative will Kindern, deren Krebs nach einer Behandlung zurückgekehrt ist, zu einer zweiten Chance verhelfen.

Kind mit Mütze und Teddy
Bildquelle: Mama Belle and the kids ©shutterstock

Das "Hopp-Kindertumorzentrum Heidelberg" (KiTZ) ist eine kinderonkologische Einrichtung des Deutschen Krebsforschungszentrums, des Universitätsklinikums Heidelberg und der Universität Heidelberg.

"Wir wollen mit unserer Spende die Kinderkrebsforschung unterstützen", sagt Christian Scheu. "Wir haben schmerzvoll erfahren müssen, wie wichtig und notwendig Forschung auf diesem Gebiet ist, da mein Sohn an einem Hirntumor erkrankt und im vergangenen Jahr an den Folgen seiner Erkrankung verstorben ist."

Familie Scheu entschied sich, ihre Spende der 2015 gestarteten Initiative INFORM zukommen zu lassen. Im Rahmen von INFORM entwickeln Ärzte und Wissenschaftler am KiTZ neue Behandlungsverfahren für junge Krebspatienten, bei denen herkömmliche Methoden nicht zum Erfolg geführt haben. In genetischen Analysen suchen sie nach Fehlern im Erbgut, die den Krebs verursachen. Diese sogenannten Mutationen nutzen sie, um neue Angriffsmöglichkeiten für zielgerichtete Therapien zu finden. Die Daten, die bei den umfangreichen Untersuchungen anfallen, dienen dazu, klinische Studien für neue Therapien zu entwickeln.

"Mit dem Patienten im Blick betreiben unsere Wissenschaftler am KiTZ internationale Spitzenforschung auf dem Gebiet der Kinderonkologie", sagt Michael Baumann, der Vorstandsvorsitzende des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ), anlässlich der Spendenübergabe. "Wir bedanken uns ganz herzlich bei Familie Scheu für ihre überaus großzügige Spende, mit deren Hilfe wir Therapien entwickeln können, um Krebs bei Kindern besser zu behandeln."

Olaf Witt, Direktor des translationalen Programms am KiTZ, schließt sich dem Dank Baumanns an und erklärt: "Bei etwa 20 Prozent der Kinder kehrt nach einer Behandlung der Krebs irgendwann zurück. Diesen Patienten kann INFORM neue Hoffnung auf eine wirksame Behandlung geben."

"Bisher wurden durch INFORM rund 1.000 Tumorproben von krebskranken Kindern untersucht. Mithilfe der Spende wird das INFORM-Team viele weitere genetische Analysen durchführen und damit weiteren Patienten eine Chance auf eine neue Behandlungsoption eröffnen", ergänzt Stefan Pfister, Direktor des präklinischen Programmes am KiTZ. Außerdem werden die Wissenschaftler am KiTZ das Projekt INFORM nun um ein Medikamenten-Testprogramm erweitern. Darin erstellen sie für jeden einzelnen Tumor ein Profil, mit dem man die individuelle Empfindlichkeit oder auch Resistenz (also die Unempfindlichkeit) gegenüber allen derzeit verfügbaren Medikamenten messen kann. Diese Information soll dann mit der Erbgutanalyse abgeglichen werden, um die Vorhersagekraft für das Ansprechen auf zielgerichtete und andere Medikamente weiter zu erhöhen.

Ansprechpartnerin für die Presse:

Dr. Elke Matuschek
Hopp-Kindertumorzentrum Heidelberg (KiTZ)
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