AG "Eisenstoffwechsel"

Jedes Jahr sind Millionen von Patienten weltweit durch Eisenstoffwechselerkrankungen beeinträchtigt. Unser Wissen über diese Erkrankungen ist noch lückenhaft und auch die Behandlungsstrategie ist oftmals unklar. An dem einen Ende des Spektrums liegt die Blutarmut (Anämie), die häufig durch Eisenmangel hervorgerufen wird.

Die KiTZ AG "Muckenthaler", die gleichzeitig zur Abteilung für pädiatrische Onkologie, Hämatologie, Immunologie und Pulmonolgie (Prof. Kulozik) des Universitätsklinikums Heidelberg gehört, befasst sich mit Erkrankungen des Eisenstoffwechsels und der zugrundeliegenen regulatorischen Mechanismen.

Unser spezielles Interesse gilt hier der seltenen Gruppe der angeborenen Anämien, für die wir in den letzten Jahren Diagnostik und Therapie verbessern konnten. Wir identifizierten Fehler im Erbgut und erforschen die daraus resultierende Pathogenese in Zell- und Tiermodellen. Am anderen Ende des Spektrums stehen häufige Eisenüberladungserkrankungen, wie die Hereditäre Hämochromatose. Hier verursacht die Eisenanreicherung in verschiedenen Organen unter anderem Leberschäden, Herzerkrankungen sowie Beeinträchtigungen des endokrinen Systems. Da sowohl Eisenmangel als auch Eisenüberschuss unsere Gesundheit beeinträchtigen, interessieren uns molekulare Mechanismen, die den Eisenhaushalt regulieren. Von besonderem Interesse ist hier das durch Eisen regulierte Hormon Hepcidin und sein ‚Rezeptor‘, Ferroportin, welcher für die Versorgung des Blutes mit Eisen zuständig ist. Da ein Überschuss an Hepcidin eine Ursache für die Eisenmangelanämie ist und ein Hepcidinmangel zur Eisenüberladung führt, steht das Verständnis dieses Regulationssystems im Fokus unserer Forschung.


Mitarbeiter

  • Prof. Dr. Martina Muckenthaler (Gruppenleiterin)
  • Dr. Sandro Altamura, PhD (Postdoc)
  • Dr. Oriana Marques, PhD (Postdoc)
  • Andreas Simmelbauer (Med. Doktorand)
  • Carl Maximilian Thielmann (Med. Doktorand)
  • Silvia Colucci (Naturwiss. Doktorandin)
  • Natalie Horvat (Naturwiss. Doktorandin)
  • Joana Neves (Naturwiss. Doktorandin)

Prof. Dr. Martina Muckenthaler

Leiterin Molekulare Medizin, Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin,

Postanschrift:
Abt. Pädiatrische Onkologie, Immunologie und Hämatologie
Universität Heidelberg
Im Neuenheimer Feld 350
D- 69120 Heidelberg

 

Ausgewählte Publikationen

1. Neves J, Leitz D, Kraut S, Brandenberger C, Agrawal R, Weissmann N, Muhlfeld C, Mall MA, Altamura S, Muckenthaler MU: Disruption of the hepcidin/ferroportin regulatory system causes pulmonary iron overload and restrictive lung disease. EBioMedicine 2017, 20:230-239

2.Mleczko-Sanecka K, da Silva AR, Call D, Neves J, Schmeer N, Damm G, Seehofer D, Muckenthaler MU: Imatinib and spironolactone suppress hepcidin expression. Haematologica 2017;102:1173-1184

3. Muckenthaler MU, Rivella S, Hentze MW, Galy B: A red carpet for iron metabolism. Cell 2017, 168:344-361

4. Vinchi F, Costa da Silva M, Ingoglia G, Petrillo S, Brinkman N, Zuercher A, Cerwenka A, Tolosano E, Muckenthaler MU: Hemopexin therapy reverts heme-induced proinflammatory phenotypic switching of macrophages in a mouse model of sickle cell disease. Blood. 2016, 28;127(4):473-86.

5. Guida C, Altamura S, Klein FA, Galy B, Boutros M, Ulmer AJ, Hentze MW, Muckenthaler MU: A novel inflammatory pathway mediating rapid hepcidin-independent hypoferremia. Blood 2015; 125(14):2265-75

6.ltamura S, Kessler R, Gröne HJ, Gretz N, Hentze MW, Galy B, Muckenthaler MU: Resistance of Ferroportin to Hepcidin Binding causes Exocrine Pancreatic Failure and Fatal Iron Overload. Cell Metab. 2014; 20(2):359-67