Molekulare Landkarte kindlicher Tumoren: PedPanCan

Die Heilungsraten für Krebserkrankungen im Kindesalter sind in den letzten Jahrzehnten auf etwa 80 Prozent gestiegen. Dennoch leidet ein großer Teil der überlebenden Kinder an schweren langfristigen Nebenwirkungen von Operationen, zytotoxischen Chemotherapien und Strahlentherapien, einschließlich geistiger Behinderungen und sekundären Krebsarten.

Die Entwicklung spezifischerer Therapien mit weniger langfristigen Nebenwirkungen ist daher von größter Bedeutung.

Einer der entscheidenden Schritte in dieser Hinsicht ist die Identifizierung des genetischen Repertoires von bösartigen Erkrankungen bei Kindern. Dank neuester Technologien auf dem Gebiet der Genomsequenzierung ist es heute möglich, den gesamten genetischen und epigenetischen Code eines Tumors innerhalb weniger Tage zu entschlüsseln und damit die treibenden genetischen Anomalien innerhalb einzelner Entitäten und über pädiatrische Krebstypen hinweg zu identifizieren.

In unserer „Pediatric Pan-Cancer“-Studie (PedPanCan) untersuchen wir genetische Veränderungen in kindlichen Krebsarten auf verschiedenen Ebenen. Dazu gehört unter anderem die Analyse struktureller Variationen, Veränderungen in der Kopienzahl und kleiner Mutationen – sowohl in somatischen Zellen als auch in der Keimbahn. Außerdem wird ein mögliches Ansprechen der Proben auf bestimmte Wirkstoffe untersucht.

Im Gegensatz zu Krebsarten, die üblicherweise im Erwachsenenalter auftreten, sind kindliche Tumoren seltener und die Zahl der Mutationen im Genom der Krebszellen geringer. Daher ist es von besonderem wissenschaftlichem Wert, einen Überblick über mögliche molekulare Krebsauslöser und potenzielle Zielstrukturen für Medikamente zu gewinnen und der Wissenschaft zur Verfügung zu stellen.