Behandlung von seltenen Tumoren

Unter „seltene Tumoren“ versteht man Krebsarten, die so selten bei Kindern vorkommen, dass es bisher keine etablierten Behandlungsstandards und meist auch keine klinischen Studien dafür gibt. Dazu gehören bestimmte Hautkrebsarten, Tumoren des HNO-Bereiches, Dickdarmkrebs und Tumoren des weiblichen Genitals.

Um Patientenanfragen zu seltenen Tumoren bündeln und betroffenen Familien Experten vermitteln zu können, hat die Gesellschaft für pädiatrische Onkologie und Hämatologie (GPOH) das sogenannte STEP-Register eingerichtet, das seltene Tumoren systematisch erfasst. Über die INFORM-Diagnostikplattform besteht mit dem STEP-Register eine intensive Kooperation zur molekularen Diagnostik dieser seltenen Tumoren sowie gelegentlich damit assoziierter familiärer Krebserkrankungen.

In enger Zusammenarbeit mit der GPOH suchen unsere Ärzte und Wissenschaftler des KiTZ nach neuen Wegen zur Behandlung seltener Tumorarten. Sie analysieren die molekularen Strukturen im Tumorgewebe der Patienten, die als Angriffspunkt für eine medikamentöse Therapie dienen könnten, und entwickeln daraus neue Behandlungsansätze. Wann immer es molekularbiologisch sinnvoll ist und passende klinische Studien verfügbar sind, werden die Kinder dort eingebunden. Damit erhalten sie neuen Zugang zu Medikamenten, die nach dem "Schlüssel-Schloss"-Prinzip gezielt am molekularen Angriffspunkt wirken.

Spezialsprechstunde „Seltene Tumoren“
PD Dr. Till Milde
Tel.: 06221 - 5637082 (Anmeldung bei Linda Keilbach)
E-Mail: zipo.ambulanz(at)med.uni-heidelberg.de