INFORM - Über das Projekt

Was haben wir vor?

Mit INFORM verfolgen wir das große Ziel, krebskranken Kindern, die einen Rückfall erleiden, eine individuell zugeschnittene Behandlung anbieten zu können. Dazu müssen wir zunächst das Tumorerbgut aus Tumormaterial zum Zeitpunkt des Rückfalls analysieren, welches im Rahmen einer erneuten Operation routinemäßig gewonnen wurde. Die Erbgutanalysen sind im Moment noch teuer und aufwendig, geben uns aber weit mehr Informationen als alles, was bisher in der Tumordiagnostik erhoben wurde. Die erste Frage, die das INFORM-Register in einer Machbarkeitsstudie klären will, ist, wieviel diese Informationen dazu beitragen können, den Kindern eine bessere Behandlung anzubieten. In dieser Teilstudie konzentrieren wir uns auf die 12 Krebsarten, bei denen Kinder am häufigsten Rückfälle erleiden sowie einzelne seltene Krebserkrankungen. Dabei dokumentieren wir, bei wie vielen Fällen pro Krebsart tatsächlich zum Zeitpunkt des Rückfalls noch einmal eine Biopsie durchgeführt werden kann und wie lange die Analysen dauern. Ganz entscheidend ist, welche und wie viele Mutationen, für die es „intelligente“ Medikamente gibt, in den verschiedenen Krebsarten gefunden werden. Wenn wir bei einem Patienten Veränderungen in den Tumorzellen entdecken, gegen die bereits Medikamente zur Verfügung stehen, so kann der behandelnde Arzt diese Information nutzen und individuell mit dem Patienten entscheiden, welche Therapie sinnvoll und möglich ist. Solche individuellen Behandlungen werden bei INFORM dokumentiert.

 

Klinische Studien

Das INFORM Register bietet eine solide Datengrundlage für die Entwicklung klinischer Studien. So wird beispielsweise die Häufigkeit von Mutationen untersucht, für die passende „intelligente“ Medikamente zur Verfügung stehen. Gemeinsam mit unabhängigen Experten wählen wir diejenigen molekularen Veränderungen aus, für die ein oder zwei dieser Medikamente am besten passen. In zukünftigen klinischen Studien nach dem Arzneimittelgesetz wird dann geprüft, ob unabhängig von der Krebsart für Patienten mit diesen molekularen Veränderungen die individualisierte Therapie bessere Heilungserfolge erzielt als die Standard-Chemotherapie.

 

Warum Kinder?

Natürlich erhoffen wir in erster Linie, die Überlebenschancen der kleinen Patienten verbessern zu können. Dies wird dadurch erleichtert, dass Kinderonkologen in ganz Deutschland, aber auch international, seit jeher eng zusammenarbeiten. Nur so ist eine so umfangreiche Studie überhaupt möglich, an der allein in Deutschland mehr als fünfzig Zentren zusammenarbeiten, die die Kinder behandeln. Außerdem wissen wir inzwischen, dass Kindertumoren im Schnitt ungefähr hundert Mal weniger Mutationen haben als die meisten Krebserkrankungen im Erwachsenenalter. Das macht die Aufgabe, die tumortreibenden Mutationen zu identifizieren und mit dem „richtigen“ intelligenten Medikament zu verbinden, deutlich einfacher. Die Erfahrungen, die wir im Zuge der INFORM-Studie sammeln, werden der Planung ähnlicher Studien bei erwachsenen Krebspatienten wesentlich zugutekommen.