AG "Weichteilsarkome"

Sarkome sind eine sehr heterogene Tumorgruppe. Sie können aus einer Vielzahl von mesenchymalen (also embroynalen) Geweben und vielen verschiedenen Zelltypen entstehen. In verschiedenen Sarkom-Untertypen wurden bereits genetische Auffälligkeiten identifiziert, doch gibt es bisher nur sehr wenige Modelle, anhand derer Forscher ihre Rolle in der Tumorgenese untersuchen können, um damit etwa neue therapeutische Zielstrukturen zu identifizieren. Aus diesem Grund gab es in den vergangenen Jahren nur sehr begrenzte Fortschritte in der Behandlung von Sarkomen, verglichen mit anderen Krebsarten. Es ist deshalb dringend notwendig in-vitro- und in-vivo-Modelle für die Sarkomforschung zu entwickeln, um bessere Einblicke in die Pathobiologie dieser Tumoren zu bekommen und neue Ansatzpunkte für die Therapie dieser oft tödlichen Erkrankungen aufzudecken.

Gemeinsamer molekularer Mechanismus
Vielen Arten von Weichteilsarkomen bei Kindern und jungen Erwachsenen liegt ein gemeinsamer genetischer Mechanismus zugrunde: So genannte chromosomale Translokationen erzeugen Fusionsonkoproteine ​​und treiben damit die Tumorentwicklung an. Dieser Mechanismus ist genetisch einfach und bietet somit eine außergewöhnliche Möglichkeit, wirksame und spezifische Therapien dagegen zu entwickeln. Mit modernsten Technologien haben wir bereits epigenetische Schwachstellen definiert, die mit der so genannten „SS18-SSX-Genfusion“, dem typischen genetischen Ereignis bei synovialen Sarkomen, assoziiert sind, und  ihre Chromatinbelegung genomweit untersucht. Unser aktuelles Ziel ist es, wichtige genetische und epigenetische Mechanismen bei der Entstehung pädiatrischer Sarkome mit Hilfe einer „Toolbox“ aus CRISPR/Cas9, RNAi-Technologie und Mausmodellen systematisch zu analysieren. Damit wollen wir die Effekte von Gen-Fusionen und anderen genetischen Faktoren in der Sarkomagenese umfassend untersuchen, spezifische Schwachstellen aufdecken und letztendlich eine schnelle klinische Translation erreichen.

Mitarbeiter

  • Dr. Ana Banito, PhD (Gruppenleiter)
  • Lena Wagner (Technische Assistentin)
Platzhalter Bild KiTZ

Dr. Ana Banito

Gruppenleiterin "AG Weichteilsarkome"

Postanschrift:
Deutsches Krebsforschungszentrum (DKFZ)
Abt. Pädiatrische Neuroonkologie / G706
Im Neuenheimer Feld 280
69120 Heidelberg

Ausgewählte Publikationen

1. Banito A, Li X, Laporte A, Roe JS, Sanchez-Vega F, Huang CH, Dancsok A, Hatzi K, Chen CC, Tschaharganeh DF, Chandwani R, Tasdemir N, Ladanyi M, Jones KB, Capecchi MR, Vakoc CR, Torsten N, Lowe SW. The SS18-SSX oncoprotein hijacks KDM2B-PRC1.1 to drive synovial sarcoma. Cancer Cell. 2018 Mar 12;33(3):527-541.

2. Tasdemir N*, Banito A*, Roe JS*, Alonso-Curbelo D*, Camiolo M, Tschaharganeh DF, Huang CH, Aksoy O, Bolden JE, Chen C, Fennell M, Chicas A, Vakoc C, Lowe SW. Brd4 connects enhancer remodeling to senescence immune surveillance. Cancer Discov. (2016) June; 6(6): 612-29.

3. Acosta JC*, Banito A*, Wuestefeld T, Georgilis A, Janich P, Morton JP, Athineos D, Kang TW, Lasitschka F, Andrulis M, Pascual G, Morris KJ, Khan S, Jin H, Dharmalingam G, Snijders AP, Carroll T, Capper D, Pritchard C, Inman GJ, Longerich T, Sansom OJ, Benitah SA, Zender L, Gil J. A complex secretory program orchestrated by the inflammasome controls paracrine senescence. Nat Cell Biol. (2013) Aug;15(8):978-90.

4. Banito A, Rashid ST, Acosta JC, Li S, Pereira CF, Geti I, Pinho S, Silva JC, Azuara V, Walsh M, Vallier L, Gil J. Senescence impairs successful reprogramming to pluripotent stem cells. Genes Dev (2009) 23, 2134-2139.

5. Acosta JC, O’Loghlen A, Banito A, Guijarro MV, Augert A, Raguz S, Fumagalli M, Da Costa M, Brown C, Popov N, Takatsu Y, Melamed J, d'Adda di Fagagna F, Bernard D, Hernando E, Gil J. (2008). Chemokine signaling via the CXCR2 receptor reinforces senescence. Cell. (2008) 133, 1006-1018.