Arzneimittelscreens für personalisierte Therapien bei kindlichen Hirntumoren

Wissenschaftler des Sanford Burnham Prebys Medical Discovery Institute, der University of California San Diego School of Medicine und des Hopp Kindertumorzentrums Heidelberg (KiTZ) haben gezeigt, dass Arzneimittelscreens auch bei Kindern helfen, die wirksamsten Wirkstoffe gegen bösartige Hirntumor zu identifizieren. Bei der Methode wird die Wirksamkeit von Therapeutika in Tumorzellen getestet, die aus Patientenproben gewonnen werden. Die Tests können innerhalb weniger Tage durchgeführt werden und sind damit für therapeutische Entscheidungen relevant.

Bildquelle: Rady Children’s Hospital-San Diego
Bildquelle: Rady Children’s Hospital-San Diego

"Wir haben gezeigt, dass wir Therapien identifizieren können, die mit anderen Methoden nicht vorhergesagt werden können, und dass die Ergebnisse bei der klinischen Entscheidungsfindung genutzt werden können, um die Ergebnisse für die Patienten zu verbessern”, sagt Robert Wechsler-Reya, vom Sanford Burnham Prebys Medical Discovery Institute, die u.a. mit KiTZ-Wissenschaftler Marcel Kool die Studie leitete. “Für Kinder, bei denen ein Medulloblastom diagnostiziert wurde, und ihre Eltern können bessere Behandlungen nicht schnell genug kommen".

Bemühungen, personalisierte Behandlungen für das Medulloblastom zu finden, das vier verschiedene Untergruppen - WNT, Sonic hedgehog (SHH), Gruppe 3 und Gruppe 4 - umfasst, waren bisher nicht erfolgreich. Die meisten Patienten erhalten trotz der unterschiedlichen molekularen Eigenschaften der Tumoren immer noch die gleichen Behandlungen - eine Hirnoperation zur Entfernung des Tumors mit anschließender Bestrahlung und Chemotherapie. Infolgedessen erliegt ein Drittel der Kinder dem Krebs; und die Kinder, die überleben, haben oft schwere, lebenslange Nebenwirkungen der Behandlung, darunter kognitive Beeinträchtigungen und eine höhere Wahrscheinlichkeit, erneut an Krebs zu erkranken.

In der Studie screenten die Wissenschaftler patientenspezifische Medulloblastom-Tumoren die in Mäuse entstanden, mit einer Medikamentenbibliothek mit fast 5.000 Wirkstoffen. Bei der Untersuchung wurden mehrere Medikamente identifiziert, die das Wachstum von Zellen des Medulloblastoms der Gruppe 3, der aggressivsten Unterform, stoppten. Der Wirkstoff Actinomycin D, verlängerte zudem das Überleben von Mäusen mit dieser Tumorfart.

"Wir freuen uns sehr, dass diese Untersuchung ein Medikament ergeben hat, das möglicherweise gegen das Medulloblastom der Gruppe 3, die aggressivste Unterform, wirksam ist", sagt die Erstautorin der Studie Jessica Rusert. "Actinomycin D wird seit den 1950er Jahren zur Behandlung anderer pädiatrischer Krebsarten eingesetzt, was bedeutet, dass wir umfangreiche Informationen über seine Sicherheit bei Kindern haben und es daher relativ schnell in die Erprobung am Menschen überführt werden könnte.”

Quelle der Pressemitteilung: https://sbpdiscovery.org/

Dr. Alexandra Moosmann

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