Dr. Holger Müller Preis geht an KiTZ-Forscher

Kindliche Neuroblastome zeigen einen extrem unterschiedlichen Verlauf: Sie können sich spontan zurückbilden oder hochaggressiv in gesundes Gewebe streuen. Felix Schmitt-Hoffner, Wissenschaftler am Hopp-Kindertumorzentrum Heidelberg (KiTZ), hat zu diesen Tumoren geforscht und mit FOXR2 ein Protein identifiziert, das Rückschlüsse auf den Krankheitsverlauf zulässt. So kann man Patienten nicht nur präziser in Risikogruppen einteilen, sondern eröffnet auch neue Ansatzpunkte für die verbesserte Therapie. Für seine Erkenntnisse wurde er jetzt mit dem Dr. Holger Müller Forschungspreis ausgezeichnet.

Bei der Preisverleihung in Esslingen v.l.n.r.: Reiner Hehn (im Vorstand der Stiftung), Gabriele Maurer-Müller (Stifterin), Prof. Dr. Frank Kaiser (Professor of Human Genetics, Universitätsklinikum Essen), Felix Schmitt-Hoffner (Preisträger), Heinz Springmann (im Vorstand der Stiftung), Dr. Angela Zieger (Schirmherrin). © David Franck

Das "Hopp-Kindertumorzentrum Heidelberg“ (KiTZ) ist eine gemeinsame Einrichtung des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ), des Universitätsklinikums Heidelberg (UKHD) und der Universität Heidelberg (Uni HD).

Pro Jahr erkrankt etwa eines von 100.000 Kindern neu an einem Neuroblastom, oft schon im ersten Lebensjahr. Damit sind Neuroblastome eine bei Kindern relativ häufige Gruppe von Tumoren. Sie bilden sich bereits in der Embryonalentwicklung im unreifen Nervengewebe – den Neuroblasten – aus und kommen vor allem in der Nebenniere, der Wirbelsäule, im Halsbereich sowie im Brust-, Bauch- und Beckenraum vor. Neuroblastome sind schwer zu behandeln und häufig therapieresistent. Etwa die Hälfte der Kinder hat eine schlechte Prognose, während sich der Tumor bei einigen der jungen Patientinnen oder Patienten sogar ohne therapeutische Maßnahmen spontan zurückbilden kann.

Gemeinsam mit Kollegen am Hopp-Kindertumorzentrum Heidelberg (KiTZ) und dem Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) hat Schmitt-Hoffner aus der Arbeitsgruppe von Marcel Kool am KiTZ bereits im Juni letzten Jahres seine Forschungsergebnisse zum Schlüsselprotein FOXR2 publiziert. „Das Protein ist ein wichtiger Biomarker, der schlechte Überlebensraten in Neuroblastom-Patienten anzeigt und dadurch die Risikostratifizierung dieser klinisch heterogenen Krebsart verbessert“, erläutert Schmitt-Hoffner, und ergänzt: „Oder ganz einfach ausgedrückt: wenn wir das Neuroblastom besser kennen, können wir bessere Therapieansätze entwickeln.“

Für diese wichtigen Erkenntnisse hinsichtlich der Prognose bei kindlichen Neuroblastomen wird der Biologe Schmitt-Hoffner jetzt mit dem Dr. Holger Müller Preis geehrt, der mit 5.000 Euro dotiert ist. Nach dem Studium der Biologie und molekularen Biotechnologie in Konstanz und Heidelberg, sowie einem Forschungsaufenthalt an der Harvard University in den USA kam Schmitt-Hoffner 2019 als Doktorand an das KiTZ. Im Rahmen eines Stipendiums der „Helmholtz International Graduate School for Cancer Research“ widmete er sich hier zunächst als Doktorand und seit März dieses Jahres als Postdoc der präklinischen Forschung in der pädiatrischen Neuroonkologie.

Schmitt-Hoffner bedankte sich bei der Preisverleihung in Esslingen für die Auszeichnung und wird sich künftig insbesondere der Erforschung neuer, erst kürzlich von der Weltgesundheitsorganisation WHO anerkannter, seltener Krebsarten widmen. „Ich freue mich darauf, am KiTZ gemeinsam mit unseren internationalen Partnern die Ursachen und neue Diagnosen seltener Krebserkrankungen bei Kindern intensiv zu erforschen“, so der Preisträger. 

Die Dr. Holger Müller Stiftung lobt zusammen mit der Care-for-Rare Foundation – Stiftung für Kinder mit seltenen Erkrankungen seit 2011 den Dr. Holger Müller Preis aus. Mit diesem Preis wird jedes Jahr eine herausragende wissenschaftliche Arbeit auf dem Gebiet der seltenen Erkrankungen ausgezeichnet. Gefördert werden interdisziplinäre und international ausgerichtete wissenschaftliche Projekte mit dem Ziel der Aufklärung der Krankheitsursachen und der Entwicklung innovativer Therapien für Kinder mit seltenen Erkrankungen. Nachdem die Preisverleihung letztes Jahr aufgrund der Pandemie nicht in Präsenz stattfinden konnte, wurde dieses Jahr der Preis endlich wieder feierlich in Esslingen verliehen.

 

Dr. Alexandra Moosmann

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