Förderverein spendet 15.000 Euro für die Kinderkrebsforschung am KiTZ

Sarkome, Tumoren der Knochen und Weichteile, sind bei Erwachsenen selten, bei Kindern jedoch deutlich häufiger. Der Verein SMARCB1 unterstützt die Kinderkrebsforschung am Hopp-Kindertumorzentrum Heidelberg (KiTZ) und am Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) mit unterschiedlichen Spendenaktionen, um erkrankten Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen bessere Behandlungschancen zu eröffnen. Die im Jahr 2021 gesammelten Spendensumme von 15.000 Euro geht an ein Forscherteam, das u.a. neue Labormodelle entwickelt, um die Ursachen dieser bisher noch unzureichend erforschten Krebserkrankungen aufzudecken.

 Verein SMARCB1 e.V. präsentiert den Spendencheck für das KiTZ.
Michael Wortmann (links), Vorsitzender des Vereins SMARCB1 e.V. und der stellvertretende Vereinsvorsitzende Johannes Lapp (rechts) präsentieren die Spende an das KiTZ.

Das "Hopp-Kindertumorzentrum Heidelberg“ (KiTZ) ist eine gemeinsame Einrichtung des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ), des Universitätsklinikums Heidelberg (UKHD) und der Universität Heidelberg (Uni HD).

Sarkome, hochaggressive Tumoren, die in Knochen und Weichteilen entstehen, sind die dritthäufigste Krebsart im Kindes- und Jugendalter. Zu ihnen gehören auch die sogenannten Epitheloiden Sarkome (EpS), die beispielsweise in Händen und Füßen entstehen. Diese Tumoren sind zwar selten, werden jedoch auch oft spät erkannt und sind dann nur schwer zu behandeln.

Die Arbeitsgruppe von Thomas Grünewald am Hopp-Kindertumorzentrum Heidelberg (KiTZ) und am Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) möchte das ändern und forscht an den molekularen Ursachen, um moderne, nebenwirkungsärmere Behandlungsmöglichkeiten zu entwickeln.

Unterstützt wird sie dabei u.a. vom Verein SMARCB1 e.V., der für die Sarkom-Forschung am KiTZ und DKFZ Spendenaktionen initiiert. „Viele Menschen haben noch nie von Sarkomen gehört, weil die Krankheit so selten ist. Deshalb hilft es nicht, auf die Initiative von anderen zu warten, man muss es selbst anpacken“, sagt Vereinsvorsitzender Michael Wortmann, der sich seit einem Fall in der eigenen Familie dafür einsetzt, dass Sarkome stärker ins Bewusstsein der Öffentlichkeit rücken. Im vergangenen Jahr sammelte der Verein 15.000 Euro Fördermittel, um Jugendlichen mit dieser Krebserkrankung zu helfen.

Die Mittel kommen konkret einem Projekt zugute, bei dem die Forscher eine molekulare Schwachstelle ins Visier nehmen, die EpS und andere Sarkom-Unterarten gemeinsam haben: Bei fast 90 Prozent aller Epitheloiden Sarkome ist das Gen SMARCB1 defekt. SMARCB1 spielt eine zentrale Rolle bei der Regulation der Gene. Durch den Verlust von SMARCB1 wird dieser Mechanismus empfindlich gestört, und man nimmt an, dass dies das Tumorwachstum auslöst.

Mit gentechnisch veränderten Zelllinien lässt sich das Gen aber reaktivieren, und das Wachstum der Tumorzellen ausbremsen, wie das Team um Grünewald zeigen konnte. „Diese Zellen dienen uns jetzt als Modelle, mit der wir Sarkome vom Typ EpS genau erforschen wollen, denn sie erlauben es uns quasi auf Knopfdruck SMARCB1 an- oder abzuschalten. Somit können wir in der Zellkultur nachspielen, welchen Effekt das Gen SMARCB1 beziehungsweise der Verlust dieses Gens auf die EpS-Zellen hat“, erklärt Grünewald. Darüber hinaus arbeiten die Wissenschaftler mit internationalen Partnern zusammen, um einen umfänglichen Datensatz zur Genetik und den Proteinen in EpS-Tumorproben zu erstellen.

„Insgesamt erwarten wir hierdurch die Immunologie, Genetik und Biologie von EpS besser zu verstehen. Darüber hinaus arbeiten wir langfristig darauf hin aus diesem verbesserten Verständnis von der Erkrankung neue diagnostische Möglichkeiten und Therapieansätze ableiten zu können. "Für die Unterstützung des Projektes sind wir sehr dankbar", sagt Thomas Grünewald, der auch am Pathologischen Institut des Universitätsklinikums Heidelberg (UKHD) tätig ist. „In den nächsten drei Jahren werden wir die genetischen Ursachen dieser Tumorart bei Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen weiter intensiv erforschen und in unseren Labormodellen neue Behandlungsansätze testen."

 

Über den Verein SMARCB1 e.V.
Mit der Perspektive auf eine Gruppe von Sarkomen, die ein gemeinsames Merkmal verbindet, beschreitet SMARCB1 e.V. einen eigenen Weg. Die Erkenntnis der Bedeutung von SMARCB1 rückt dieses Gen und seine Tumore in den Fokus seiner Forschungsförderung. Der Verein unterstützt Forschungsvorhaben zu dieser Gruppe von Tumoren ideell und finanziell und will langfristig eigene Forschungsprojekte initiieren. Voraussetzung dafür ist die Einwerbung von finanziellen Mitteln.
Um diese Ziele zu realisieren, will SMARCB1 e.V. Akteure im Forschungsbereich gewinnen und die Öffentlichkeit für die Bedeutung des Themas sensibilisieren. Jeder kann diesen Weg mitgehen, damit Sarkome nicht länger der „vergessene Krebs“ sind.
 

 

Dr. Alexandra Moosmann

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Hopp-Kindertumorzentrum Heidelberg
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