Gemeinsam gegen Hirntumoren

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) fördert einen Sonderforschungsbereich (SFB) zu bösartigen Hirntumoren. Neuroonkologen des Hopp-Kindertumorzentrums Heidelberg (KiTZ) sind an dem Projekt beteiligt.

MRT-Aufnahme Gehirn
Bildquelle: Fotolia©Sudok1

Insgesamt unterstützt die DFG zwei bereits bestehende SFB der Medizinischen Fakultät Heidelberg sowie einen neuen SFB mit insgesamt rund 34 Millionen Euro für die nächste Förderperiode von vier Jahren. Neu eingerichtet wird der SFB 1389 „Understanding and targeting resistance in glioblastoma – UNITEGLIOBLASTOMA “, in dem Therapie-Resistenzen bei bestimmten bösartigen Hirntumoren (Glioblastomen) verstanden und gezielt bekämpft werden sollen. Sprecher des SFB, der mit rund 11 Millionen Euro gefördert wird, ist Prof. Dr. Wolfgang Wick, Geschäftsführender Direktor der Neurologischen Klinik und Leiter der Klinischen Kooperationseinheit Neuroonkologie am Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ). Projektpartner sind das Universitätsklinikum Heidelberg, das DKFZ, das KiTZ sowie die Medizinische Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg.

Das Glioblastom ist bei Kindern und Erwachsenen eine schwere und meist tödliche Erkrankung. Das ultimative Ziel von UNITE ist die Entwicklung neuartiger Therapien für Patienten mit Glioblastom. UNITE postuliert, dass es Subgruppen von Patienten mit einem klaren Therapienutzen gibt – zumindest für einen bestimmten Zeitraum. Die Behandlung erfolgt sowohl durch Bestrahlung, alkylierende Chemotherapie als auch durch experimentelle, zielgerichtete immuntherapeutische Behandlungsstrategien. Allerdings sind selbst für die meisten als Standardtherapien angesehenen Verfahren grundlegende molekulare Mechanismen der primären oder sekundären Resistenz vollständig oder zumindest teilweise unverstanden.  

Wick erklärt: „Das geplante SFB-Konzept ist von der klaren Überzeugung getragen, dass Glioblastome behandelbar sein werden.“ Diese Behandelbarkeit zu erreichen, benötigt einen umfassenden Ansatz, der durch Innovation, starke strukturelle und inhaltliche Kooperationen sowie den Fokus auf klinische Entwicklung getragen wird. „Kernstück des aus 20 Projekten bestehenden Konzepts ist die UNITE Core Sammlung, für die einheitliche, integrierte Datensätze aus den verschiedenen Hochdurchsatzverfahren, präklinischen Modellen, der Bildgebung und klinischen Daten generiert werden“, so Prof. Dr. Michael Platten, einer der beiden Stellvertretenden Sprecher aus der Neurologie in Mannheim. „Die dadurch entstehende multidimensionale Matrix von Therapieresistenzfaktoren wird die Vorhersage und longitudinale Verfolgung von Therapieansprechen bzw. -versagen ermöglichen“, erläutert der Kinderneuroonkologe und Direktor der präklinischen Kinderonkologie am KiTZ Prof. Dr. Stefan Pfister.

Sonderforschungsbereiche der Deutschen Forschungsgemeinschaft

Ziel von Sonderforschungsbereichen ist es, innovative, aufwendige und langfristig konzipierte Forschungsvorhaben über die Grenzen von Fachdisziplinen und Institutionen hinaus zu fördern. Neben wissenschaftlichen Aspekten tragen auch Nachwuchsförderung und die Gleichstellung von Forscherinnen und Forschern zum erfolgreichen Abschneiden im anspruchsvollen Auswahlverfahren der DFG bei.

Zur Original-Pressemeldung des Universitätsklinikums Heidelberg: https://www.klinikum.uni-heidelberg.de/newsroom/erfolgreiche-sonderforschungsbereiche-der-medizinischen-fakultat-heidelberg/

 

Dr. Alexandra Moosmann

KiTZ Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Hopp-Kindertumorzentrum Heidelberg
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