Gemeinsam besser - ein Jahr Zusammenarbeit mit führenden deutschen Forschungszentren

Im Juli 2021 wurde in Anwesenheit von Königin Máxima die strategische Partnerschaft des Princes Máxima Zentrum mit drei führenden deutschen Zentren auf dem Gebiet der Kinderkrebsforschung offiziell besiegelt. In dieser Woche trafen sich rund siebzig Forscher aus Utrecht und Heidelberg, um Ideen auszutauschen und Pläne für weitere gemeinsame Projekte zu schmieden. Dr. Roland Kuiper: "Gemeinsam können wir mehr erreichen als allein.“

© Jasmin Müller

Krebs im Kindesalter ist relativ selten. Deshalb ist die internationale Zusammenarbeit in der Forschung wichtig: Mehr Daten von mehr Kindern bedeuten bessere und schnellere Entwicklungen in der Forschung. Das war der Gedanke hinter dem so genannten "Twinning-Programm" zwischen dem Princes Máxima Zentrum und Forschungszentren in Heidelberg, um gemeinsam an noch besseren Behandlungsmöglichkeiten für krebskranke Kinder zu arbeiten.

Nach einem Online-Treffen zu Ehren der offiziellen Zusammenarbeit treffen sich die Forscher des Princes Máxima Zentrums, des Hopp-Kindertumorzentrums Heidelberg (KiTZ), des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) und des Universitätsklinikums Heidelberg (UKHD) nun zum ersten Mal persönlich. In der ersten Phase wurden Ideen ausgetauscht und Vorbereitungen für die notwendige gemeinsame Forschungsinfrastruktur getroffen. Die Projekte im Rahmen der Zusammenarbeit werden von der Princess Máxima Center Foundation und den Stiftungen der deutschen Zentren unterstützt.

Einander stärken

Gruppenleiter Roland Kuiper ist an einer Zusammenarbeit beteiligt, die sich mit der genetischen Veranlagung für Krebs im Kindesalter befasst. Beide Zentren forschen bereits intensiv in diesem Bereich. "Es war besonders wichtig zu sehen, wo wir uns wirklich gegenseitig stärken können", sagt Kuiper. "Wir sind schnell auf Themen gestoßen, die große Patientenzahlen erfordern, was es besonders wertvoll macht, die Daten von Kindern aus beiden Zentren gemeinsam zu analysieren. Per Definition sind das die 'hoch hängenden Früchte' - das sind Fragen, die in unserem Forschungsbereich immer wieder auftauchen, aber noch nicht gelöst sind. Also legen wir die Messlatte für uns selbst hoch: Wenn wir uns auf diese Themen konzentrieren, können wir gemeinsam mehr erreichen als alleine."

Anspruchsvolle Themen

In seiner Projektgruppe arbeitet Kuiper zusammen mit Dr. Marjolijn Jongmans (Máxima und UMC Utrecht), Dr. Stefanie Smetsers (Máxima), Dr. Kristian Pajtler (KiTZ), Dr. Natalie Jäger (KiTZ) und Dr. Steffen Hirsch (KiTZ). Eine der Herausforderungen, die das Team angehen will, betrifft Gene, die bisher nur bei Erwachsenen mit Krebs in Verbindung gebracht wurden: Spielen Veränderungen in diesen Genen auch bei der Entstehung von Krebs im Kindesalter eine Rolle?
Das Team befasst sich auch mit so genannten DNA-Mosaiken. Die Veranlagung für Kinderkrebs entsteht nicht immer sofort bei der Zeugung eines Kindes. Wie ein schön gefliester Fußboden setzt sich der Körper mancher Kinder aus verschiedenen "Stücken" zusammen: Zellen, in denen das erhöhte Krebsrisiko vorhanden ist oder nicht. Kuiper erklärt: "Das kann es schwierig machen, eine Veranlagung zu erkennen. Gemeinsam mit unseren Kollegen in Heidelberg wollen wir untersuchen, wie häufig solche DNA-Mosaike vorkommen und wie oft wir sie übersehen haben. Das wird uns helfen, uns in Zukunft ein vollständigeres Bild von der genetischen Veranlagung für Krebs im Kindesalter zu machen."

Mehr bewirken

Einige Mitglieder der Projektgruppe sind nicht nur Forscher, sondern auch Ärzte, darunter der klinische Genetiker Marjolijn Jongmans. "In interdisziplinären Sitzungen mit Ärzten und Forschern besprechen wir die 'komplizierten' Patienten gemeinsam mit den Kollegen in Heidelberg. Zum Beispiel betrachten wir gemeinsam die Auswirkungen seltener Varianten in der DNA - was bedeutet eine solche Variante für das Kind, und wie können wir Kindern mit seltenen Varianten die beste Betreuung bieten? Indem wir unser Wissen und unsere Erfahrung zusammenführen, können wir in beiden Zentren mehr für die Kinder bewirken."

Interaktion

In dieser Woche trafen sich die Wissenschaftler aller fünfzehn gemeinsamen Projekte zu einer gemeinsamen Klausurtagung in Bonn, Deutschland. Solche Interaktionen bilden die Grundlage für den Erfolg der Zusammenarbeit mit Heidelberg, sagt Kuiper: "Unsere Projektgruppen haben beschlossen, sich mindestens einmal gegenseitig zu besuchen. Unsere Utrechter Delegation war bereits in Heidelberg, um aktuelle Projekte zu besprechen, und wird demnächst zu uns ins Máxima kommen. So können sich die Kollegen am Arbeitsplatz gut kennen lernen und die Zusammenarbeit wird greifbar. Ich freue mich darauf, unsere Forschung zur Krebsprädisposition bei Kindern gemeinsam fortzusetzen!"

 

Dr. Alexandra Moosmann

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