Dr. Rolf M. Schwiete Stiftung fördert Forschungsprojekt zur Fanconi-Anämie

Die Fanconi-Anämie ist eine seltene genetische Erkrankung, die mit einem stark erhöhten Krebsrisiko einhergeht. Mit einer Förderung unterstützt die Dr. Rolf M. Schwiete Stiftung nun ein Forschungsprojekt am Hopp-Kindertumorzentrum Heidelberg (KiTZ) und am Universitätsklinkum Heidelberg (UKHD), bei dem es darum geht Strategien zu entwickeln, mit denen sich Krebserkrankungen infolge einer Fanconi-Anämie verhindern lassen.

DNA-Schäden (grün) in sich vermehrenden Krebszellen (magenta). © C. Carnie / KiTZ

Etwa 10 Prozent aller Kinder und Jugendlichen mit einer Krebserkrankung sind von einem Krebsprädispositionssyndrom betroffen, also einer genetischen Erkrankung, die mit einem erhöhten Krebsrisiko verbunden ist. Eine dieser Erkrankungen ist die Fanconi-Anämie (FA), bei der Gene geschädigt sind, die für wichtige DNA-Reparaturmechanismen verantwortlich sind. Dieser schwere DNA-Reparaturdefekt führt zu Störungen bei der Entwicklung vieler Körperorgane, insbesondere bei der Blutbildung, und bedingt auch ein erhöhtes Risiko an Krebs zu erkranken.

Die Dr. Rolf M. Schwiete Stiftung fördert nun ein Forschungsprojekt am Hopp-Kindertumorzentrum Heidelberg (KiTZ) und am Universitätsklinikum Heidelberg (UKHD) unter der Leitung von Christopher Carnie. Carnie erklärt: "Bei Patientinnen und Patienten mit einer Fanconi-Anämie beobachten wir, dass sie DNA-Schäden, die durch Stoffwechselprodukte entstehen, nicht mehr effizient reparieren können. Ziel des jetzt geförderten Projekts ist es deshalb, schon die Entstehung DNA-schädigender Stoffwechselprodukte zu verhindern oder einzudämmen. So ließe sich zukünftig vielleicht eine Krebserkrankung in Folge einer Fanconi-Anämie verhindern.“ 

Carnie ist Leiter der Forschungsgruppe "DNA-Schäden, Stoffwechsel und synthetische Letalität" am KiTZ und UKHD. Die Gruppe beschäftigt sich unter anderem damit, wie DNA-Schäden in Zellen entstehen und wie Zellen diese Schäden reparieren. Kindliche Krebserkrankungen entstehen oft durch Fehler bei der DNA-Reparatur, weshalb hier versucht wird, die molekularen Mechanismen zu entschlüsseln, die die Entstehung und Reparatur von DNA-Schäden steuern. "Ich freue mich sehr über die Förderung, denn damit können wir einen vielversprechenden Ansatz verfolgen, Krebs bei Kindern und Jugendlichen mit Krebsprädispositionssyndromen zu verhindern. Der Fokus liegt hier natürlich zunächst auf der Fanconi-Anämie, aber wir hoffen, dass die Ergebnisse sich auch auf verwandten Prädispositionssyndrome übertragen lassen", so Carnie.

 


Über die Dr. Rolf M. Schwiete Stiftung:
Die Dr. Rolf M. Schwiete Stiftung ist eine gemeinnützige Stiftung mit Sitz in Mannheim. Sie wurde durch den letzten Willen von Dr. Rolf M. Schwiete gegründet. Schwiete widmete sein Leben seiner Unternehmensgruppe, der Van Baerle Chem. Fabrik GmbH & Co. KG, aus der auch der Grundstock seines Vermögens stammt. Er lebte bescheiden und verfügte, dass sein gesamtes Vermögen einer gemeinnützigen Stiftung zugutekommen soll, um seine Ideen langfristig zu verwirklichen.
Gefördert werden insbesondere Forschung, vor allem in Medizin und Chemie, wissenschaftliche Aus- und Fortbildung begabter junger Menschen, nationale und internationale Bildung für Frieden, Freiheit und Gerechtigkeit, sowie Kunst und Kultur.